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Im Lauf des Zusammenlebens mit Hunden haben sich verschiedene
Ausbildungsmethoden herausgebildet. In der Praxis werden die Methoden oftmals
untereinander vermischt, ich hebe hier die meiner Meinung nach jeweils wesentlichen
Unterscheidungsmerkmale vor, die Bezeichnungen der Methoden stammen zum Teil
von mir, zum Teil aus Büchern:
- Traditionell hart:
Dies ist die
Ausbildung alter Schule.
Der Hund wird unter Verwendung von aktivem Zwang, auch Starkzwang, meist in
Form von Leinenruck oder Leinenzug am Würgehalsband in die gewünschte Position
gebracht.
Oft werden Hilfsmittel wie Stachelhalsband, Wurfkette, Reizstromgerät oder
anderes benutzt.
Falls gestreichelt oder gelobt wird, erfolgt dies meist nur zwischen den
einzelnen Übungen, so dass es nur wenig positiv verstärkenden Effekt auf die
Übung selbst hat.
Die Verwendung von Futter oder Spielzeug ist verpönt, da es als Bestechung
angesehen wird.
Die Ausbildung des Hundes wird oft erst im Alter von etwa 10-12 Monaten
begonnen.
Körperliche Unterwerfung des Hundes wird als unverzichtbar angesehen.
Diese Ausbildungsform erfordert viel Kraft und körperliches Geschick, da sie
oft genug eine Art Machtkampf zwischen Hund und Halter darstellt.
Der geringe Vorteil dieser Methode besteht darin, dass bei richtig angewandter
Strafe das Fehlverhalten des Hundes rasch behoben werden kann.
Kommandos werden von Anfang an mit deutlicher, lauter Stimme gegeben. Freudige Mitarbeit des Hundes wird nicht angestrebt.
- Konventionelle Ausbildung über
Korrektur, Lob und Strafe:
Diese Methode ähnelt der traditionell harten, hier wird allerdings aus ethischen
Gründen auf Reizstromgerät und Stachelhalsband verzichtet.
Zwang wird zwar viel aber hauptsächlich in schwacher Form verwendet.
Gelobt wird hauptsächlich über Streicheln und verbale Äusserungen, selten wird
mit Futter belohnt, Spiel erfolgt nur zwischen den einzelnen Übungen und soll
den Hund auflockern und die Gesamt-Motivation heben.
Freudige Mitarbeit des Hundes wird auch hier nicht erwartet. Er muss einfach
folgen. Kommandos werden sofort gegeben.
Der geringe Vorteil der traditionell harten Methode entfällt, es erfordert viel
Fleiss, einen Hund so – ohne Spitzen auszubilden.
-
Gemischtwarenladen:
Hier werden Zwang und Lob gemeinsam verwendet.
Reizstromgerät oder Stachelhalsband können durchaus zur „Absicherung“ des
Gelernten zum Einsatz kommen.
Um den Hund nach deren Anwendung wieder aufzubauen, wird mit hoher Motivation,
meist mit Beutespielen, gearbeitet.
Wer so arbeitet, muss sich darauf
verstehen, negative Folgen von Druck und Zwang mit Belohnung und Aufmunterung
wieder aufzuwiegen.
Es wird schon eher Wert auf einen freudig mitarbeitenden Hund gelegt.
Kommandos werden sofort zu den Übungen gegeben.
Das extreme Hin und Her zwischen Lob und Strafe ist eine starke Belastung für den
Hund, der dadurch mehr oder weniger gestresst wirkt und nicht selten übermässig
aufdreht.
Diese gezeigte Hektik wird oft mit besonderer Freudigkeit verwechselt und
geradezu angestrebt.
Vom Trainer ist exzellentes Timing und eine gute Einschätzung der Verfassung
des Hundes gefordert. Am ehesten ist diese Ausbildungsform für robuste und
leicht erregbare Hunde mit starkem Beutetrieb geeignet.
- Ausbildung über Spielzeug oder/und
Futterbelohnung:
Der Grundgedanke hier ist, dass der Hund die Kommandos freiwillig ausführen
wird, um an die Belohnung zu kommen.
Der Hund wird mit Spielzeug oder Leckerli mit dem zugehörigen Kommando in die
gewünschte Position gelockt, Spieleinheiten zwischen den einzelnen Übungen
halten die Bereitschaft zur Mitarbeit hoch.
Ist der Hund abgelenkt, führt dies zu erhöhter Spielanimation des Trainers.
Führt der Hund ein Kommando falsch aus, wiederholt der Trainer die Übung ggf.
mit vermehrter Hilfestellung.
Auch hier ist der Hund einem hohen Stresslevel ausgesetzt, da er stets das
Motivationsobjekt Futter oder Spielzeug vor Augen hat.
Es dauert relativ lange, bis der Hund das gesprochene Kommando mit seiner
Aktivität verknüpft hat.
Oftmals müssen viele Hilfen mühsam abgebaut werden.
- Clickertraining:
ist eine hoch entwickelte Ausbildungsmethode, die optimalen Gebrauch von der
operanten Konditionierung macht.
Hier wird vollständig auf Strafe und aktiven Zwang verzichtet.
Der Hund soll aktiv mitarbeiten und den Lösungsweg selbstständig erarbeiten.
Auf freudiges und selbständiges Arbeiten des Hundes wird großer Wert gelegt.
Der Trainer ist hier nicht der große Animateur und Zirkusclown, sondern verhält
sich eher still und passiv.
Er kann bereits von Anfang an die Haltung einnehmen, die er bei der Ausführung
einer bereits gelernten Übung präsentieren will.
Sowohl Futter als auch Spielzeug sind für den Hund nicht sichtbar und treten
erst nach dem Click in Erscheinung.
Dadurch wird ein stressfreies Lernen ermöglicht, die Ablenkung durch Motivationsmittel
ist nicht gegeben.
Der zeitliche Aufwand und die geistige Auseinandersetzung des Trainers mit den
einzelnen Übungseinheiten und deren Aufbau sind sicher höher als bei anderen
Trainingsmethoden.
Andererseits ist aber bei konsequenter Anwendung des Clickertrainings mit einem
insgesamt rascheren und freudigeren Lerntempo zu rechnen.
Das Kommando wird erst eingeführt, wenn der Hund die Übung bereits sicher
beherrscht.

Buchtip: Nina Miodragovic:
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