Man- oder auch Dogtrailing
ist eine spannende Aufgabe (nicht nur) für den Deutschen
Pinscher
Emily
mit Vollgas auf der Zielgeraden ;-) Foto
vom 4.12.2008
Mantrailing ist Spurensuche,
bei der der Hund nach Präsentation einer Geruchsprobe den Individualgeruch
eines Menschen (oder Tieres) verfolgt. Der Spurenverlauf kann dabei durch Wald,
Feld und Wiesen, aber auch über Straßen in Ortschaften führen.
Ein
gut ausgebildeter Hund kann diese Spur auch noch nach mehreren Tagen verfolgen.
Die Spur kann durch Gebäude oder stark kontaminiertes Gelände gehen, wie z. B.
über Marktplätze oder Sportanlagen.
Der
Hund arbeitet beim Trailing selbständig mal mit tiefer, mal mit hoher Nase, mal
langsam, mal schnell. Selten folgt er der Spur genau, da sich die
Geruchspartikel in der Umgebung verteilen. Winkel müssen deshalb nicht exakt
ausgearbeitet werden, ein von der vermissten Person gelaufener rechter Winkel
kann beim Hund durchaus zur Diagonalen werden.
Aufgabe
des Hundeführers ist es, Störungen jeder Art vom arbeitenden Hund
fernzuhalten und drauf zu achten, dass der Hund in seinem Eifer nicht etwa in
ein vorbeifahrendes Auto läuft. Da auch der Hundeführer
den Weg nicht kennt, muß er sich völlig auf den suchenden
Hund einstellen. Der Hundeführer muss
darin geübt sein, die Körpersprache seines Hundes lesen zu
können um ihm gegebenenfalls
Hilfestellung zu geben. Er kann dann bspw. den Hund zur letzten Kreuzung
zurückführen, wenn er unsicher oder ratlos ist.
April
2011:
Oro besucht die Kinder des Naturkindergartens Zauberwald:
Morgens,
9 Uhr 30 im Wald von Besigheim. Kinder im Alter
von 3 bis 5 Jahren stellen sich zum Morgenkreis
auf und begrüßen den neuen Tag mit einem Lied. Anschliessend
ist Mantrailing angesagt und nach einer kurzen Erklärung,
was Mantrailing ist, lernen die Kinder den aufgeregten
Oro kennen. Er ist ganz verlegen und schnüffelt
hier und dort, weiß nicht, was man von ihm will
und auch die Kinder sind sehr aufgeregt, manche
scheu, andere ganz mutig :-)
Ein Kind darf mit
seiner Betreuerin loslaufen und sich verstecken,
die anderen warten gespannt, was nun passiert. Oro
hat nun verstanden und saugt gierig die Geruchsprobe
des "verlorenen" Kindes auf und schon
startet er durch. Mehrmals müssen wir stoppen, damit
die Kleinen hinterher kommen und selbst von diesen
Unterbrechungen lässt sich Oro nicht aus seiner
Motivation bringen. Ohne zu zögern verlässt er plötzlich
den sicheren Weg und zerrt mich durch Gestrüpp und
an Bäumen vorbei direkt hin zu dem "vermissten"
Kind :-).
Puuuh, das war anstrengend und das
anschliessende Vesper haben sich alle Kinder redlich
verdient! Aber alle waren sich einig: Das machen
wir wieder :-)
03.03.2011:
Bodhi und Andrea bestehen die Mantrailing-Prüfung
A1 bei Suchhund-Bayern.
Andrea
war zwar etwas überrascht, als sie erfuhr, dass
sie soeben eine Prüfung erfolgreich gelaufen war,
dafür war die Freude umso größer. Herzlichen Glückwunsch
nochmal an dieser Stelle zu einer überzeugenden
Arbeit!
Oro
wartet schon sehnsüchtig auf Bodhis Erscheinen
Wie
- Prüfung bestanden???? Echt? Tja, so geht das manchmal
:-)
Jackpot!
So
ganz ohne Manöverkritik geht's dann doch nicht,
aber dem Bodhi ist das egal,er weiß genau,
was er kann - und sein Frauchen weiß es jetzt auch.
10.10.2010: Vier
Trail-Kameraden proben den Ernstfall :-)
Am
Treffpunkt
Brigitte
ist über's Wochenende aus Bayern angereist um mit uns
bei strahlend schönem Herbstwetter
ein tolles Ernstfall-Trailing zu gestalten: Emily
(10,5 Jahre),
Dana (ca 6 Jahre), Bodhi (2 Jahre und 6 Monate) und Oro (2
Jahre und 4 Monate) sollen gemeinsam einen Vermissten
aufspüren, der sich im Gewirr von Straßen, Fußgängerwegen
und dicht befahrenen Straßen "verlaufen" hat.
Etwa zwei Kilometer ist unser "Vermisster"
durch die Gegend geirrt. Am Start finden wir ein
vergessenes Shirt, Geruchsproben haben wir natürlich
auch.
Am
Start letzte Anweisungen von Brigitte
Skeptische
Blicke zu Beginn "ob wir das schaffen?" KLARO!!!
Hier
liegt das verlorene Shirt unseres Läufers als kleines
Motivations-Bonbon
Präsentation
der Geruchsprobe
Oro, der Jüngste im Trupp, darf
anfangen und startet mit Feuereifer durch. Für Emily
ist das eine harte Probe, denn sie hängt hinten an der
Leine bei Holger und muß entsetzt zusehen, wie Oro sein
Frauchen durch die Gegend zieht. Arme Maus, sie hat
sich schon vor dem Start abgerackert....
Emily
muß zusehen
Ein Hund nach dem anderen wird auf
dem Trail angesetzt und alle arbeiten konzentriert und
engagiert. Dana, die sonst eher etwas verhalten ist,
läuft zur Höchstform auf und lässt sich auch nicht
von den miteifernden Kollegen ablenken!
Dana
- aufmerksam am Start
Und Bodhi legt so ein Tempo auf
der Zielgeraden vor, dass sein Frauchen ganz ausser
Atem kommt :-)
Bodhi
scharrt schon mit den Hufen ;-) er ist als nächster
dran.
Manchmal
gab die Karte Anlass zum rätseln, da nicht alle Wege
eingezeichnet waren. Die Hunde verloren selbst dadurch
nicht die Motivation.
Das letzte Teilstück durften natürlich
alle Hunde nacheinander suchen um kamen so zum Erfolg,
den Läufer zu finden. Nach etwa 1,5 Stunden wurde der
"Vermisste" aus seiner bequemen Lage befreit.
Stolz
und ziemlich erledigt versuchten wir uns dann noch an
einem Gruppenfoto:
Scheee
war's! Und die Pizza danach war auch lecker :-)
16.07.2009: Oro besteht bei
schwül-heissem Sommerwetter die Mantrailing-Prüfung
für Fortgeschrittene bei Suchhund-Bayern
Vor
dem Start - volle Aufmerksamkeit "Was geht ab???"
Nach
der Orientierungsrunde und Präsentation der Geruchsprobe:
Ab im Schweinsgalopp
Was???
Diiiieee hab ich gesucht? Wow ein Baby :-)
Boah!
Nach 25 Minuten, 560 anstrengenden Metern mit 5
Abbiegungen, davon zwei großen Kreuzungen plus
einmal verlaufen bin ich jetzt aber sowas von platt!!!! (Alle
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Suchhund-Bayern)
Dieses Video zeigt
Oro und mich, wie wir in einer für uns fremden Umgebung
eine uns unbekannte Person mit Hund suchen. Der Startpunkt
war ein etwa 900 qm großer Parkplatz, gesäumt mit
zwei Straßen und einem kleinen Park, auf dem die
zu suchende Person ihr Auto abgestellt hatte. Am Auto
war die Geruchsprobe befestigt (Taschentuch unter Scheibenwischer
geklemmt).
Oro lief zunächst
eine ausgiebige Orientierungsrunde im Geschirr und an
der langen Suchleine auf dem großen Parkplatz (siehe
Fotos). Anschliessend bekam er sein Suchhalsband als
Signal für "jetzt wird's ernst" umgebunden
und nahm über die Geruchsprobe den Duft der zu suchenden
Person und des Hundes auf. Mit dem Kommando "such"
starteten wir dann den Trail.
Es gab hier ca.
acht Möglichkeiten, wohin die Person und ihr Hund laufen
konnten. Zunächst startete Oro in die falsche Richtung
und zeigte dies durch langsamer werden, Umwenden und
Blick zu mir an. Da ich auch nicht wusste, wo es lang
ging, holte ich ihn nochmal zum geparkten Auto zurück,
gab ihm nochmals die Geruchsprobe und nun fand er den
richtigen Ansatz.
Auf dem Video ist
sehr schön zu erkennen, wie er sich von mir ablenken
lässt, als ich die Suchleine entwirren musste. Er deutete
meine Körpersprache so, dass er hinter einem Auto suchen
sollte. Das wollte ich natürlich gar nicht, sondern
ich wollte die Leine freibekommen ;-). Er nahm die
Spur wieder selbständig auf und lief zügig und
konzentriert weiter.
Oro korrigierte
sich selbst, als er die falsche Abzweigung nahm, lief
den Weg zurück und fand die Spur erneut. Anschliessend
ging's im flotten Trab zu der gesuchten Person und ihrem
Hund.
Verlauf: Über
den großen Parkplatz, eine Straße überquert, zwei
Abbiegungen, eine Treppe hinunter und wieder eine Treppe
ein kurzes Stück hinauf.
Eine tolle Leistung
für einen so jungen Hund, der erst im September mit
dem Training begonnen hat!