|
Hunde können, wie Menschen auch, viele
verschiedene Krankheiten bekommen. Schweren Viruserkrankungen
oder auch bakteriellen Infektionen hofft man durch vorsorgliche
Impfungen begegnen zu können.
Folgende, zum
Teil schwere Erkrankungen des Hundes können beimpft
werden:
Staupe, Parvovirose,
Hepatits contagiosa canis, Leptospirose, Tollwut, Zwingerhusten
Staupe:
Die
Krankheit wird durch das canine Staupevirus ausgelöst. Es ist eng verwandt mit
dem Masernvirus des Menschen oder dem Rinderpestvirus. Außerhalb des lebenden
Organismus bleibt der Erreger nur wenige Tage infektiös. Während er gegenüber
Trocknung und Kälte recht resistent ist, wird er von allen gängigen Desinfektionsmitteln
sehr schnell inaktiviert.
Von der Erkrankung sind vor allem junge
Hunde im Alterszeitraum von ca. 12 Wochen bis 6 Monaten betroffen.
Mehrere Formen werden unterschieden wobei
alle Formen mit rasch auftretendem hohen Fieber, Appetitlosigkeit und Apathie
begleitet werden.
Bei der respiratorischen Form (Atemwege)
können Schnupfensymptome, Bronchitis, Lungenentzündung, Husten und Atemnot
auftreten.
Bei der gastrointestinalen (=Magen-Darm-)
Form stehen Erbrechen, Durchfall Austrocknung und rasche Abmagerung im
Vordergrund.
Bei der Hartballenform kommt es zu
Verhornungen des Nasenspiegels und der Zehenballen. Sie tritt oft zusammen mit
nervösen Störungen auf.
Ist das Nervensystem betroffen, endet die Krankheit
zumeist tödlich. Veränderungen im Bereich der Augen (Sehnervschädigung,
Veränderung der Retina), des Rückenmarks und allgemein Gehirnerkrankungen (Ausfall
von Hirnnerven, Epilepsie-ähnliche Anfälle, Depression, Blindheit,
Muskelzittern) können auftreten.
Erkrankte Hunde scheiden das Virus mit allen
Sekreten (Auge, Nase, Pustelinhalt) und über Urin oder Speichel aus. Die
Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt, Tröpfcheninfektion oder auch
indirekt über Futterschüsseln etc.
Parvovirose:
Ist eine hochkontagiöse und
akut verlaufende Infektions- krankheit. Am empfänglichsten für die Erkrankung sind Welpen
im Alter von 2-16 Wochen und alte Hunde.
Erstmals
beschrieben wurde der Erreger 1968 als Minute Virus of Canines (CPV-1),
welches lediglich klinisch inapparente Infektionen verursacht. Hochgradig
pathogen wirkt sich hingegen der Virustyp 2 (CPV-2) aus, welcher erstmals 1977
beschrieben wurde.
Der Erreger ist gegenüber
Umwelteinflüssen sehr unempfindlich. Bei Raumtemperatur bleibt er über ein Jahr
infektiös, die meisten handelsüblichen Desinfektionsmittel vermögen ihn nicht zu
inaktivieren.
Nach einer Inkubationszeit von 2-5 Tagen bekommen die Tiere schwere Durchfälle,
die sehr häufig blutig sind. Das Virus zerstört große Teile der Darmschleimhaut,
weshalb sich die erkrankten Tiere auch nur langsam erholen. Hohes Fieber, aber
auch Untertemperatur ist möglich. Mattigkeit, Fressunlust, Austrocknung und
Kreislaufprobleme sind die Folge. Bei den Welpen kann es
zur Herzmuskelentzündung und zu plötzlichen Todesfällen kommen, bevor noch
Durchfall eingesetzt hat. Das Virus zerstört auch einen großen Teil der
weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr verantwortlich sind. Aus diesem
Grund ist der Körper für alle anderen zusätzlichen Infektionen sehr
empfänglich.
Hepatitis contagiosa canis
(H.c.c.): Die ansteckende Leber- entzündung wird durch das canine
Adenovirus 1 (CAV-1) hervorgerufen. Der Erreger dringt über die
Schleimhäute der Maulhöhle und des Nasenrachenraums ein. Das Virus wird über
Speichel, Urin oder Kot ausgeschieden.
Viele Hunde erkranken ohne Krankheitserscheinungen zu
zeigen. Diese infizierten aber nicht erkrankten
Hunde können Dauerausscheider sein. Die klinisch manifeste, d.h. mit
Krankheitserscheinungen einhergehende Erkrankung ist äußerst selten geworden und
tritt überwiegend bei Junghunden zusammen mit Staupe auf.
Die Symptome der Erkrankung sind denen anderer
Infektions- erkrankungen sehr ähnlich. Neben Fieber
kommt es zu Lymphknotenschwellung, Mandelentzündung, Wasseransammlungen unter
der Haut von Kopf, Hals und Unterbrust, Haut- und Schleimhaut- blutungen, Leber-
und Milzvergrößerung, Bauchschmerzen, Bronchitis, Lungenentzündung, Störungen
des Nervensystems, Abort. Durch Krankheitsprodukte kann es zur Hornhauttrübung
kommen.
Leptospirose ( Stuttgarter Hundeseuche,
Weilsche Krankheit)
Die
Leptospirose wird durch Leptospiren hervorgerufen. Leptospiren
sind Bakterien, die sich besonders in feuchtem Boden oder stehenden Gewässern
lange halten. Bei der Leptospirose handelt sich um eine Zoonose, d.h. eine
Erkrankung, die auch auf den Menschen übertragbar ist und damit meldepflichtig
ist.
Die Ansteckung erfolgt
durch Kontakt mit Harn und Blut infizierter Tiere durch direkten Kontakt
oder Beschnuppern, Belecken, Benagen von Gegenständen.
Man
unterscheidet ca. 200 verschiedene Leptospiren-Arten, die unterschiedliche
Krankheitsbilder hervorrufen. Impfstoffe gibt es derzeit nur gegen zwei
Arten.
Die
bekanntesten Krankheitsbilder sind die Stuttgarter Hundeseuche (befällt
vorrangig die Nieren) und die Weilsche Krankheit (befällt vor allem die Leber).
Hunde können
nach überstandener Infektion den Erreger bis zu 4 Jahren ausscheiden.
Behandlung:
Antibiotika und ausreichend Flüssigkeit.
Tollwut: Ist eine seit Jahrtausenden bekannte Virusinfektion, die bei Tieren und Menschen eine
akute lebensbedrohliche Enzephalitis (Gehirnentzündung) verursacht.
Synonyme sind die Begriffe Lyssa, Rabies und Rage. Früher
benutzte man auch das Synonym Hydrophobie (Wasserfurcht).
Hauptüberträger des Virus ist der Fuchs. Hunde sind für dieses Virus nicht so
empfänglich wie für das Hundetollwut-Virus, welches
in Deutschland nicht mehr existiert.
Das Virus ist im Speichel eines
tollwütigen Tieres vorhanden und der Infektionsweg führt fast immer über einen Biss.
Möglich sind auch Infektionen über kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhäute.
Parainfluenza (Zwingerhusten): Als Zwingerhusten (auch: infektiöse Tracheobronchitis) wird
eine Erkrankung der oberen Atemwege von Hunden beschrieben, deren Symptomatik
durch verschiedene Erreger ausgelöst werden kann. Am häufigsten beobachtet wird
hierbei das canine Parainfluenzavirus (CPIV) und das Bakterium
Bordetella bronchiseptica. Außerdem sind das canine
Adenovirus Typ 2 (CAV-2), welches auch bei der Entstehung der ansteckenden Leberentzündung
(H.c.c.) des
Hundes beteiligt ist, sowie ferner das canine Herpesvirus (CHV) und das
canine Reovirus mögliche Erreger der Erkrankung.
Die Infektionen
können einzeln oder gleichzeitig ablaufen. Allen gemeinsam sind (unterschiedlich
stark ausgeprägte) Anzeichen einer Infektion der oberen Luftwege, der Luftröhre
und der Bronchien. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion auf dem
Luftweg. Die Inkubationszeit bis zum Ausbruch der Erkrankung kann 2 bis 30 Tage
betragen.

zurück zu Impfungen
|