Futterpläne
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Vorbemerkungen:

Die Futtermenge müssen Sie selbst schätzen.
Die aufgeführten Pläne sind Muster-Pläne, sie dienen als Anhaltspunkt für Ihre eigene Kreativität.Wenn Sie einmal keine Zeit haben, das Futter so aufwändig zusammenzustellen, geben Sie eben einfach nur rohes Fleisch oder nur Knochen.

Wenn Sie nicht täglich frisches Gemüse oder Obst pürieren wollen, können Sie auch portionieren und einfrieren. Oder sie machen einmal die Woche einen Obst-Gemüse-Tag, der ist dann fleischlos und der Hund bekommt an diesem Tag nur Gemüse und/oder Obst mit Öl und evtl. mit Joghurt, Quark oder Hüttenkäse.Wenn Ihr Hund es verträgt bzw. akzeptiert, legen Sie einen Fasttag ein, an dem es nur Wasser gibt.

Rohfütterung darf nicht bedeuten, dass Sie täglich eine Stunde nur mit
Futterzubereitung beschäftigt sind!

 

 Die Mengen:

 

 

Bei einem erwachsenen, normal aktiven Hund, der täglich etwa 2-3 Stunden Auslauf hat und evtl. noch 1-2 mal die Woche Training (bspw. Agility oder andere bewegungsintensive Sportarten) rechnen Sie

2-3 % vom Körpergewicht

Davon wiederum sollten etwa 30% Gemüse bzw. Obst sein, der Rest verteilt sich auf Fleisch und Knochen. Der Anteil an Knochen sollte bei etwa 20% liegen.

Beispiel: Für einen 15 kg schweren Pinscher ergibt sich also eine                 Gesamt-Futtermenge pro Tag von 300 g (2% von 15 kg).

Davon etwa 30% Gemüse/Obst bedeuten 90 g, bleibt also für Fleisch und Knochen 210 g, das heißt dann also ca. 170 g Fleisch und  40 g Knochen (20% von 210 g).

Ältere Hunde brauchen nicht mehr so viel Fleisch und Knochen. Erhöhen Sie den Gemüse-/Obstanteil auf etwa 40-50% und / oder ersetzen Sie einige Fleischmahlzeiten durch Milchprodukte.

Ausgewachsene Hunde bekommen maximal zweimal täglich Futter. Ich füttere nur am Abend, dann aber auf mehrere Portionen verteilt im Zeitraum von etwa 4 Stunden.

Heranwachsende Hunde (Junghunde bis zum Alter von etwa 2 Jahren) brauchen deutlich mehr Futter! Gehen Sie etwa von 6-10 % des Körpergewichtes aus. Aber auch bei einem Junghund sollten die Rippen spürbar sein! Welpen und Junghunde brauchen viel Fleisch und weiche Knochen. Reduzieren Sie den Gemüse-/Obstanteil auf 20% oder weniger.
Grundsätzlich gibt es kein Spezial-Futter für junge Hunde, Rücksicht muss jedoch auf das Welpengebiss bei Knochenfütterung genommen werden und auf ausreichende Kalziumzufuhr.

Mischen Sie nicht zuviel auf einmal in eine Portion, sondern bieten Sie lieber viele Einzel-Komponenten an.
Junge Hunde sind meiner Meinung nach sehr instinktsicher in der Auswahl ihrer Nahrung.

Die Futtermenge sollten Sie hier auf vier bis sechs Portionen über den Tag verteilen.

 

Fangen Sie mit diesen Rechengrößen an und beobachten Sie Ihren Hund. Zu Beginn der Umstellung werden Sie evtl. das Gefühl haben, Ihr Hund wird nicht satt. Ich führe dies hauptsächlich auf den Reiz des Neuen zurück. Es schmeckt einfach besser als die seitherige Fertignahrung.

Es gibt auch Jahreszeiten, bei denen Ihr Hund mehr Futter verlangt, zu anderen Zeiten braucht er dafür weniger. Mit der Zeit werden Sie das richtige Maß finden und nichts mehr abwiegen.

Wiegen Sie wenn möglich Ihren Hund ab und zu um Kontrolle über sein Gewicht zu haben. Roh gefütterte Hunde verändern sich im Körperbau, sie können muskulöser und kompakter aussehen, obwohl sie kein Gramm zugenommen haben. Ich „wiege“ meine Hündin eher durch den Rippentest.

Besonders zu Beginn der Rohfütterung sollten Sie immer den Kot Ihres Hundes prüfen. Sehr heller bis weißlicher, trockener, bröseliger Kot ist so genannter „Knochenkot“. Ihr Hund kann evtl. (noch) nicht Knochen richtig verdauen oder Sie geben zuviel. Ersetzen Sie Knochen gegebenenfalls teilweise durch ein gutes Kalzium-Präparat (barfshop).

  • Fleisch und Milchprodukte nicht mischen, es kann Blähungen und Durchfall verursachen.
  • Gemüse und Fleisch oder Gemüse und Innereien gut vermischen, damit das Gemüse nicht aussortiert werden kann.
  • Knochen immer in einer separaten Mahlzeit geben.

  

 Kalzium - wichtig aber nicht übertrieben wichtig

Immer wieder wird gerade bei der Aufzucht von Welpen und Junghunden auf ausreichende Kalziumversorgung hingewiesen.

Derzeit geht man von einem Kalzium-Bedarf von etwa 50 mg pro kg Körpergewicht aus.

Das heisst: Ein ausgewachsener Pinscher von etwa 15 kg benötigt am Tag 750 mg Kalzium.

Hühnerhälse haben im Schnitt 1580 mg Kalzium pro 100 g,
Hähnchenkarkassen 950 mg pro 100 g
Kalbsbrustbein etwa 13800 mg pro 100 g

Das heisst also, mit 50 g Hühnerhälsen ist der Tagesbedarf an Kalzium für einen ausgewachsenen Deutschen Pinscher abgedeckt.

Welpen und heranwachsenden Hunden würde ich entsprechend des Gesamt-Bedarfs an Futter mehr anbieten, erfahrungsgemäß hören sie irgendwann auf, soviel Knochen zu nagen.

 

Beispiel-Futterpläne

 

 

 Welpen

Ab ca. dem 18. Lebenstag, bzw. wenn die Muttermilch nicht mehr reicht:

Brei aus "Natural Rearing Gruel" (barfshop):
        Für Pinscherwelpen etwa 1/2 Teelöffel pro Welpe ein paar Stunden
        einweichen in kaltem Wasser, mit Naturjoghurt und warmen Wasser         vermischen (Zimmertemperatur), Honig und ein paar Tropfen Öl
        (z.B. Leinsamenöl) unterrühren. Den Brei anfangs sehr flüssig, später
        etwas dicker geben.
        Falls die Welpen den Brei nicht mögen, geht die Welt nicht unter!!!!

Ab ca. der 4. Lebenswoche:

Mageres Fleisch, fein gewolft, auch gewolfte Hühnerhälse, etwas "Roots" (barfshop) untermischen, eventuell mit Honig verfeinern, ein Tropfen Vitamin K1 pro Welpe
 

 


Pinscher-Welpen, ca. 4 Wochen alt
Rindfleisch gewolft,
Hühnerhals zum knabbern

Ab der 5. Lebenswoche zum gewolften Fleisch wenig (!) püriertes "mildes" Gemüse/Obst untermischen. Dazu bieten sich Möhren, Fenchel, Äpfel und Bananen an.
Hühnerhälse kann man nun bereits am Stück geben.
Vorsicht mit Innereien (Leber, Pansen), kann Durchfall geben.

Ab der 7. Lebenswoche: Fleisch am Stück oder am Knochen, Rippenknochen zum Nagen, Gemüse oder Obst nach Geschmack.

Anmerkung: Zwei Wochen vor der Impfung empfiehlt es sich "Chlorella-Alge" unter das Futter zu mischen, kann bei der Entgiftung helfen.


 Junghunde

(Heranwachsende bis zwei Jahre) sollten täglich Kalzium in Form von Knochen oder Hühnerhälsen bekommen. Wenn Knochen nicht akzeptiert werden, oder Ihnen bei Knochenfütterung nicht wohl ist, geben Sie noch ein- bis zweimal die Woche ein Kalziumpräparat. Im Wochenplan sollte enthalten sein:

  • Einmal Leber (etwa 50g), einmal Herz
  • einmal grünen Pansen oder Blättermagen
  • zwei Eier
  • zweimal Öl
  • ein Tag Joghurt oder Quark oder Hüttenkäse mit Honig
  • täglich ein Tropfen Vitamin K1 und etwas Hagebuttenmehl (Vit. C)
  • ein- bis zweimal Knoblauch, Kräutermischung und Algen

 

 Erwachsene

Der ausgewachsene Hund braucht kein Kalziumpräparat, wenn er täglich Knochen oder Hühnerhälse bekommt. Im Wochenplan sollte enthalten sein:

  • Einmal Leber (etwa 100 g), einmal Herz
  • einmal grüner Pansen oder Blättermagen
  • ein bis zwei Eier
  • zwei bis dreimal Öl
  • Joghurt, Quark oder Hüttenkäse je nach Geschmack, mit Obst oder Honig und Vitaminen
  • Nusskerne (gemahlen), Algen, Kräuter, Knoblauch ab und zu

 

Senioren

Ältere Hunde nagen manchmal nicht mehr gerne Knochen, auch kann zu fettes Fleisch zu schwer im Magen liegen. Bieten Sie deshalb Hühnerhälse und Geflügelfleisch oder helles Fleisch an.

Im Wochenplan sollte enthalten sein:

  • Einmal Leber (etwa 100 g), einmal Herz
  • einmal grüner Pansen oder Blättermagen, eventuell entfettet
  • ein bis zwei Eier
  • zweimal Öl
  • zweimal Joghurt, Quark oder Hüttenkäse je nach Geschmack, mit Obst oder Honig und Vitaminen
  • Nusskerne (gemahlen), Algen, Kräuter, Knoblauch ab und zu
  • Hühnerhälse


Alt (11,5 Jahre), links und Jung (4,5 Jahre), rechts beim Aufschlecken der letzten Pansenreste

 

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                                      und Hund.

 

 

 

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Mail an Emily
aktualisiert: 09.03.2006