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Erfreulicher Weise kommt so allmählich Bewegung in die festgefahrene Gewohnheit des jährlichen Impfens:

Der Bundeverband Praktizierender Tierärzte hat mit Stand vom Juli 2006 eine Impfempfehlung herausgegeben, die Sie hier nachlesen können.

Dem vorangegangen ist ein Impfkodex. Hier auszugsweise und teilweise in meinen Worten der "hundliche" Teil:

 Ausgearbeitet von der Fachgruppe Kleintierpraxis Frau Behr, Frau Dr. Zogbaum, Herr Dr. Wendland, Herr Dr. Schmidt unter Beratung von Frau Prof. Dr. Hartmann, München, Herrn Prof. Dr. Horzinek, Utrecht, Herrn Prof. Dr. Lutz, Zürich, Herrn Prof. Dr. Paulen, Leipzig, Herrn PD. Dr. Straubinger, Leipzig, und Frau Dr. Duchow, Paul-Ehrlich-Institut, Langen

Präambel

"Mehr Tiere impfen, das einzelne Tier aber weniger häufig!"

Zunächst wird zwischen Core- und Non-Core-Komponenten unterschieden, das heisst, Haupt-Impfungen (Core) für einen möglichst hohen Prozentsatz an Tieren, alle anderen Impfungen nach individueller Notwendigkeit.

Core-Komponenten

Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Tollwut

Grundimmunsisierung:
Als Grundimmunisierung von Welpen gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.

Interessant im Zusammenhang mit der Impfempfehlung sind besonders folgende Hinweise zu

  • HCC (Hepatitis): "der Nutzen der HCC-Impfung ist unbekannt, da das Virus seit vielen Jahren in Deutschland nicht isoliert wurde."
     
  • Leptospirose: "Die meisten Erkrankungen werden heute durch Serovare ausgelöst, gegen die der Impfstoff nicht schützt. In den USA ist bereits ein Impfstoff erhältlich, der zusätzliche Serovare enthält."

Wiederholungsimpfungen:

Wiederholungsimpfungen sind alle Impfungen, die nach abgeschlossener Grundimmunisierung erfolgen.

  • Staupe, Parvovirose:
    Wiederholungsimpfungen ab dem 2. Lebensjahr in dreijährigem Rhythmus sind hinreichend.

Non-Core-Komponenten

  • Canines Parainfluenzavirus: (Zwingerhusten)
    - nur bei Hunden mit viel Kontakt zu Artgenossen [...]
  • Canines Herpesvirus (für Zuchthündinnen): Welpensterben durch das canine Herpesvirus kommt in Deutschland sehr selten vor. Die Notwendigkeit einer Impfung ist deshalb fraglich.

  • Borrelia burgdorferi sensu lato (Borreliose):[...] Eine generelle Wirksamkeit der Impfung kann nicht erwartet werden. Die Zeckenprophylaxe ist deshalb einer Impfung vorzuziehen.

  • Coronavirus: Es ist nicht erwiesen, dass die Vakzine einen klinisch relevanten Impfschutz induziert. Eine Impfung wird daher nicht empfohlen.

Auch diese neuen Impfempfehlungen entsprechen nicht dem heutigen Stand der Wissenschaft und können nur als Zugeständnis an den wachsenden Druck gut informierter Tierhalter angesehen werden.

Bereits 2003 änderten die Veterinärhochschulen in Nordamerika ihre Impf-Empfehlungen:

Hier die Bekanntgabe des AKC (American Kennel Club), (Quelle: "Mein Hund – natürlich gesund" Ausgabe 14, Dezember 2003)

Wir haben einen Bericht, dass alle 27 Veterinärhochschulen in Nordamerika im Begriff sind, ihre Impfempfehlungen anzupassen. Hier in Kürze die neuen Richtlinien:

Das Immunsystem von Hunden und Katzen ist mit 6 Monaten voll entwickelt. Wenn ein Lebendimpfstoff nach dem Alter von 6 Monaten angewendet wird, wird - im Fall von Staupe, Parvo und Katzenseuche - eine lebenslange Immunität erreicht. Wenn ein weiterer Lebendimpfstoff ein Jahr später verabreicht wird, neutralisieren die Antikörper der ersten Impfung diese und die zweite Impfung erzeugt keinen oder nur einen geringen Nutzen. Die Antikörper werden nicht erhöht und auch die Erinnerungszellen werden nicht vermehrt.

Welpen erhalten durch Muttermilch Antikörper. Dieser natürliche Schutz kann 8 bis 14 Wochen andauern. Welpen und Kätzchen sollten nicht vor 8 Wochen geimpft werden. Die mütterlichen Antikörper würden die Impfung neutralisieren und es würde nur wenig (0-38%) Schutz erzeugt.

Impfungen mit 6 Wochen werden den Eintritt der Wirkung der ersten effektiven Impfung verzögern. Wiederholungsimpfungen, die bereits nach zwei Wochen angewendet werden, suprimieren das Immunsystem eher, als sie es stimulieren.

Eine Impfserie sollte mit 8 Wochen und dann 3-4 Wochen später bis spätestens 16 Wochen gegeben werden. Eine weitere Impfung normalerweise ein Jahr später bietet l
ebenslange Immunität.“

 

Gesicherte Erkenntnisse über die Dauer des Immunschutzes (DOI = duration of immunity) liegen zu Genüge vor.
Zahlreiche Labors haben mittlerweile folgende DOI ermittelt:

  • Staupe, Hepatitis und Parvovirose (SHP):
    mindestens 7 bis 15 Jahre
  • Parainfluenza (Pi): mindestens 3 Jahre
  • Tollwut (T): mindestens 7 Jahre
  • Leptospirose (L): 4 bis max. 12 Monate (wenn überhaupt)
  • Borreliose: max. 12 Monate (wenn überhaupt)
  • Bordetella bronchiseptica (B.b.): max. 12 Monate

Dies sind Fakten. Warum werden sie in Deutschland nicht anerkannt?
In Deutschland gibt es keine anderen Impfstoffe für Tiere als in Amerika!
Übrigens, für Menschen wurde noch niemals die Dauer des Immunschutzes bspw. mittels Challengetests ermittelt - aus gutem ethischen Grund. So gesehen könnte man behaupten, die Haustier-Impfstoffe sind besser untersucht als die Humanimpfstoffe.

 

Warum dann immer wieder impfen?

 

 

 

  

  

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aktualisiert: 01.04.2008