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Was ist Katarakt?
"Unter Katarakt versteht
man jede unphysiologische Trübung der Linse oder der
Linsenkapsel unabhängig von der Ursache (erblich oder
nicht erblich), dem Ausmaß (minimale Trübung oder vollständig
getrübte Linse), oder dem Zeitpunkt des Auftretens (angeboren
oder erworben). Jede Katarakt, ob ein- oder beidseitig,
wird als erblich (HC=Hereditäre Cataract) bedingt angesehen,
sofern sich nicht eindeutige Hinweise auf eine andere
Ursache (Verletzungen, Stoffwechselstörungen z.B. Diabetes
mellitus, Entzündungen, etc.) ergeben."
Quelle: Dortmunder Kreis
-DOK- Gesellschaft für Diagnostik genetisch bedingter
Augenerkrankungen bei Tieren e.V.
Ein Hund mit Katarakt ist nicht "einfach nur blind":
Hunde, denen bei der Augenuntersuchung
erbliche Katarakt bescheinigt wurde, müssen nicht
blind sein. Dies ist verwirrend, denn ein augen- scheinlich
(phänotypisch) gesunder Hund soll Krankheit vererben?
Tatsächlich ist es aber genau
so: Ein Hund mit Katarakt ist sogenannter Merkmalsträger
und vererbt die Krankheit. Er kann, muß aber nicht,
erblinden.
Schreitet die Katarakt weiter
voran, kann sie durchaus zu Erblindung führen. Begleiterkrankungen
wie Glaukom können auftreten und schmerzhafte und kostenintensive
Behandlungen nach sich ziehen.

Erbliche juvenile Katarakt beim Deutschen Pinscher:
In einer Studie
über einen Zeitraum von etwa 7 Jahren (1998 bis 2005)
wurden etwas mehr als 100 Deutsche Pinscher auf erbliche
Augenerkrankungen untersucht.
Aus dieser Studie
ist herauszulesen, dass der Deutsche Pinscher möglicherweise
gefährdet ist, an erblicher Katarakt zu erkranken.
Frei nach dem
Motto "Wehret den Anfängen" sind bereits viele
Züchter von Deutschen Pinschern dazu übergegangen,
eigene Zuchthunde jährlich auf erbliche Augenerkrankungen
untersuchen zu lassen und nur mit ebenfalls augenuntersuchten
Partnern zu verpaaren.
Zwar sind
Augenuntersuchungen noch keine Pflicht für Züchter im
PSK. Trotzdem besteht entsprechend dem Tierschutzgesetz
selbstverständlich Zuchtverbot für erkrankte Tiere.
Warum jährliche Untersuchungen?
Solange es keinen Gentest für
HC gibt, lässt sich die Anlage zu der Krankheit nicht
ermitteln.
Schwierig ist auch die Tatsache, dass (anders als bspw. bei
Dilute) Merkmalsträger nicht von Geburt an phänotypisch
erkrankt sein müssen. Erbliche Katarakt kann in jedem
Lebensalter erstmals erkennbar auftreten. Für die
"juvenile" Katarakt geht man von einem Alter
bis zu 8 Jahren aus. Aus diesem Grund sind regelmäßige
(jährliche) Augenuntersuchungen wichtig.
Ein Hund (männlich oder weiblich),
der bspw. im Alter von 4 Jahren als Merkmalsträger für
Katarakt durch Augenuntersuchung identifiziert wurde,
hat möglicherweise bereits Nachkommen. Unter
Umständen stehen diese Nachkommen bereits ebenfalls
in der Zucht.
Für den seriösen
Züchter, dem das Wohl der Rasse am Herzen liegt, ist
es selbstverständlich, nicht mit Merkmalsträgern zu
züchten. Auch ist es selbstverständlich, die Nachkommen
des erkannten und aus der Zucht genommenen Merkmalsträgers regelmäßig auf Augenkrankheiten
zu untersuchen, denn aus heutiger Sicht muß davon ausgegangen
werden, dass die Nachkommen eines Merkmalsträgers die
Anlage zu dieser Erkrankung selbst auch tragen!
Unabhängig vom
Erbgang lassen sich ohne Gentest Anlageträger erst durch
die Nachzucht ermitteln. Fällt in der Nachzucht-Untersuchung
also ein Hund als Merkmalsträger auf, muss momentan
davon ausgegangen werden, dass die Elterntiere Anlageträger
für Katarakt sind.
Neben der regelmäßigen
Untersuchung der Zuchttiere wäre also auch eine regelmäßige
Augenuntersuchung der Nachkommen wünschenswert.
Wünschenwert
wäre auch eine weitere seriöse Datensammlung um überhaupt
erst einmal Klarheit über die mögliche Befallsrate zu
erhalten. Diese Datensammlung könnte dann die Grundlage
für die Entwicklung eines Gentestes bilden.
Aus heutiger Sicht gehört der
Deutsche Pinscher noch nicht zu den stark gefährdeten Rassen
und damit es so bleibt, sollten regelmäßige Augenuntersuchungen
selbstverständlich sein, denn: "die
größte aller Sünden ist die gewollte Unwissenheit"
(Jakob
Lorbeer)

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